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industrial x G-SHOCK: Der G-Stand und die Architektur der Robustheit

industrial x G-SHOCK: Der G-Stand und die Architektur der Robustheit

Manche Objekte sind dafür gemacht, getragen und vergessen zu werden. Seit 1983 baut G-SHOCK seine Identität auf dieser Idee auf: eine Uhr, konstruiert, um Stöße, Wasser und Zeit aufzufangen, damit niemand, der sie trägt, an etwas davon denken muss. Das erste Modell folgte einer einzigen Vorgabe, einer Uhr, die beim Fallen nicht zerbricht. Vier Jahrzehnte später ist aus dieser Logik des Schutzes eine eigene Formensprache geworden, lesbar in jeder Lünette, jeder Schraube und jeder tragenden Rippe.

Die G-STEEL GST-B1000 ist einer ihrer leisesten Ausdrücke. Vollanalog, mit Lünette und Armband aus Edelstahl über einem kohlefaserverstärkten Gehäuse, misst sie 44,2 Millimeter im Durchmesser und 11,6 Millimeter in der Höhe. Carbon-Core-Guard-Aufbau, Tough-Solar-Antrieb und Bluetooth liegen hinter einem Zifferblatt, das davon wenig Aufhebens macht. Die Robustheit ist noch da. Sie kündigt sich nur nicht mehr an.

Die G-SHOCK GST-B1000 mit blauem Zifferblatt auf dem Aluminium-G-Stand von CALIPER

Was geschieht mit einem solchen Objekt am Ende des Tages? Die meisten Uhren verbringen ihre Nächte auf dem Nachttisch oder in einer Schublade, auf der Seite liegend. Für die Zusammenarbeit von industrialkonzept und G-SHOCK lautete die Frage, wie ein Platz für diese Uhr aussehen könnte, der denselben Prinzipien folgt wie die Uhr selbst: Struktur statt Ornament, Material statt Dekoration, Schutz als Form.

Die Antwort ist der G-Stand. Entwickelt mit G-SHOCK Europe und gefertigt von CALIPER, dem Studio für Industriedesign und Fertigung, das Quinner Baird 2020 in Madrid gegründet hat, wird er aus massivem Aluminium gefräst, anschließend glasperlgestrahlt und eloxiert. Die Oberfläche ist matt und gleichmäßig, näher an einem Präzisionsinstrument als an einer Schmuckauslage.

Beide Oberflächen sind industrielle Verfahren, keine dekorativen. Beim Glasperlstrahlen treffen feine Glasperlen so lange auf das Metall, bis jede Spur des Fräswerkzeugs in einer gleichmäßigen, weichen Textur verschwindet. Das Eloxieren verstärkt danach in einem elektrochemischen Bad die natürliche Oxidschicht des Aluminiums und macht die Oberfläche härter und widerstandsfähiger. Das Ergebnis trägt dieselbe Eigenschaft, für die die Uhr bekannt ist: gemacht, um angefasst, angestoßen und benutzt zu werden, und um Jahre später noch genauso auszusehen.

Der G-Stand von oben: der offene Aluminiumsockel, gezeichnet als großes G

Im Sockel wird die Idee sichtbar. Von oben betrachtet bildet seine offene Geometrie ein großes G, eingeschnitten in eine Platte mit abgeschrägten Ecken: ein Skelett statt eines massiven Blocks, ein Monogramm, das zugleich ein Grundriss ist. Von der Seite liest er sich als niedriger, architektonischer Sockel. Eine einzelne Stütze wächst daraus empor und endet in einer offenen, gebogenen Halterung, die die Uhr mit Abstand zur Fläche hält, das Armband geschlossen, das Zifferblatt dem Raum zugewandt.

Ein Platz für eine Uhr, der derselben Logik folgt wie die Uhr selbst.

Detail der gebogenen Halterung des G-Stand aus glasperlgestrahltem, eloxiertem Aluminium

Die Halterung ist bewusst universell. Gezeichnet wurde sie für die GST-B1000, sie nimmt aber die meisten Uhren auf, vom Stahlarmband bis zum Lederband. So ist der G-Stand weniger Zubehör für ein einzelnes Modell als ein kleines Möbel für die Dinge, die wir jeden Tag tragen, und eine Art, sie im Blick zu behalten, statt sie wegzulegen.

Die Arbeit von CALIPER ist in diesem Terrain zu Hause. Das Studio entwirft und fertigt im eigenen Haus, mit einer klaren Vorliebe für CNC-gefrästes Aluminium und eloxierte Oberflächen, und bewegt sich zwischen Möbeln, Raumprojekten und Objekten wie dem DUO 105, einem Gefäß nach dem Vorbild der Kühlkörper elektronischer Schaltungen. Der G-Stand teilt dieses Vokabular: ein technisches Material, mit Sorgfalt behandelt, reduziert, bis nur noch Struktur bleibt.

Die GST-B1000 als Silhouette auf dem G-Stand vor hellem Hintergrund

Für industrialkonzept setzt das Projekt eine Reihe von Kollaborationen fort, in denen die Kernidee einer Marke in ein Objekt für das Zuhause übersetzt wird, wie bei Moon RAW mit Pedestal oder den magnetischen Stücken mit Claustrum. Hier führt die Übersetzung vom Handgelenk in den Raum. Robustheit, sonst in Fallhöhen und Wassertiefen gemessen, wird zu einer Frage von Proportion und Material.

Den G-Stand gibt es in den G-SHOCK-Stores in Hamburg, Trier, Mailand, Paris, Lyon und Kopenhagen. Online bietet industrialkonzept ihn in einem limitierten Set mit der GST-B1000 an.

Der leere G-Stand aus eloxiertem Aluminium auf einem weißen Tisch vor dunklem Vorhang

Am Ende des Tages abgelegt, liegt die Uhr nicht mehr auf der Seite. Sie steht aufrecht und sichtbar, auf einem Sockel, der ihren Anfangsbuchstaben trägt.

Bilder: industrial x G-SHOCK